Fallstudie

Keramisch geschichtete Brücke auf Zirkongerüst

March 15, 2025
Eric Roth
Das Bild zeigt eine CNC-Fräsmaschine, die an einer Dentalscheibe, vermutlich aus PMMA (Polymethylmethacrylat), arbeitet, das in Dentallaboren häufig zur Herstellung von provisorischen Kronen oder anderen dentalen Restaurationen verwendet wird. Das Fräswerkzeug bearbeitet das Material, wobei kleine Kunststoffspäne auf der Oberfläche verstreut sind. Auf dem Etikett der Scheibe ist zu erkennen, dass es sich um ein Produkt der Marke „DDpolyX ML“ handelt, das für mehrschichtige Dentalpolymere entwickelt wurde.

Die fortschreitende Digitalisierung in der Zahnmedizin ermöglicht die Herstellung komplexer und ästhetisch anspruchsvoller Versorgungen. Diese Fallstudie beschreibt die Erstellung einer keramisch geschichteten Brücke auf einem Zirkongerüst für die Zähne 27 bis 25 mit einem angehängten Flieger für Zahn 24.

Digitale Planung und Herstellung des Gerüsts

Der erste Schritt war die digitale Abformung mittels Sirona-Intraoralscanner, was eine präzise und patientenfreundliche Alternative zur konventionellen Abformung darstellt. Die digitalen Daten wurden anschliessend in Exocad weiterverarbeitet. Hier erfolgte die virtuelle Modellation des Brückengerüsts. Exocad bietet hierbei umfangreiche Möglichkeiten zur individuellen Anpassung, einschliesslich einer detaillierten Simulation der Kontaktpunkte und der Okklusionsflächen (weitere Informationen zu Exocad). Die Herausforderung bei der digitalen Planung lag besonders in der korrekten Dimensionierung und Positionierung des Fliegers. Dabei wurde auf eine ausreichende Stabilität und optimale Reinigungsfähigkeit geachtet. Die basalen Auflagen der Pontics wurden bewusst aus Zirkon belassen, da poliertes Zirkon eine deutlich höhere Oberflächenvergütung aufweist als geschichtete Keramik. Dies macht sie weniger anfällig für Plaqueansammlungen, insbesondere an schwer erreichbaren Stellen beim Putzen, wodurch das Risiko für Zahnfleischentzündungen reduziert wird und zugleich die Stabilität des Gerüsts weiter erhöht.

Die Herstellung des Gerüsts erfolgte mit modernster CNC-Frästechnologie aus hoch transluzentem Zirkon. Dabei wurde besonders auf exakte Passungen und minimale Nachbearbeitung geachtet, was zu einer optimierten Passgenauigkeit und einem verbesserten Workflow beiträgt. Durch die digitale Fertigung konnte eine hervorragende Passgenauigkeit erreicht werden, was wiederum den Tragekomfort deutlich erhöht.

Zirkon Gerüst Design in Exocad
Zirkon Gerüst Design in Exocad.
Anatomisches Wax Up in Exocad.
Anatomisches Wax Up in Exocad.

Besonderheiten der verwendeten Materialien

Die Wahl der Verbundkeramik fiel auf Creation ZI-CT, da sie speziell für die ästhetische und funktionale Kombination mit Zirkongerüsten entwickelt wurde. Creation ZI-CT Keramik zeichnet sich durch ihre hohe Transluzenz und hervorragende optische Anpassungsfähigkeit an die natürliche Zahnsubstanz aus. Zusätzlich besitzt diese Keramik eine optimierte Haftung auf Zirkonoxid, wodurch das Risiko von Abplatzungen deutlich reduziert wird (weitere Informationen zu Creation ZI-CT). Die Schichtung wurde individuell auf die natürlichen Zähne abgestimmt, wobei die Grundfarbe A3.5 nach Vita Classical eine harmonische Integration in das bestehende Gebiss des Patienten gewährleistet und höchste ästhetische Ansprüche erfüllt. Für das Gerüst wurde das Zirkon NexxZr T Multi von Sagemax verwendet, das durch seine herausragende Transluzenz und Festigkeit eine optimale Kombination aus Ästhetik und Stabilität bietet. NexxZr T Multi ist insbesondere für anspruchsvolle Brückenkonstruktionen geeignet und gewährleistet aufgrund seiner graduellen Farb- und Festigkeitsverteilung eine natürliche Lichtdurchlässigkeit und Ästhetik (weitere Informationen zu NexxZr T Multi).

Zirkon Gerüst nachdem Fräsen.
Zirkon Gerüst nach dem Fräsen.

Keramische Verblendung

Die keramische Verblendung wurde mit Creation ZI-CT Keramik ausgeführt, wobei besonderer Wert auf eine natürliche, an die bestehenden Zähne angepasste Formgebung und Oberflächenstruktur gelegt wurde, um eine harmonische Gesamtwirkung zu erzielen.

In mehreren Schichten wurde die Verblendkeramik sorgfältig appliziert. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der individuellen Gestaltung der Zahnformen und Oberflächenstrukturen sowie auf der optimalen Kombination von Transluzenz und Chroma, um eine natürliche Integration in das Patientenlächeln zu gewährleisten.

Brücke direkt nach dem Glanzbrand.
Brücke direkt nach dem Glanzbrand.

Vorteile einer Brücke mit Flieger

Ein Flieger („Freiendglied“) bietet ästhetische Vorteile, da kein zusätzlicher Zahn präpariert werden muss, jedoch stellt er besondere Anforderungen an das Gerüst und die Keramikverblendung. Das Zirkongerüst wurde daher bewusst massiver ausgelegt, um eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten. Die besondere Herausforderung lag darin, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stabilität und Ästhetik zu schaffen, ohne den Tragekomfort zu beeinträchtigen.

Schwierigkeiten und Lösungsansätze

Eine typische Schwierigkeit bei einer Freiendbrücke ist die Belastungsverteilung. Das Gerüst wurde deswegen mit besonderen Designfeatures ausgestattet, wie leicht verstärkten Verbindern und optimaler Dimensionierung des Fliegers, um maximale mechanische Belastbarkeit sicherzustellen. Der Flieger wurde zusätzlich leicht unterartikuliert gestaltet, um unnötige Kräfte auf das als Hebel fungierende Freiendglied zu vermeiden, dabei jedoch gleichzeitig die volle Kaufunktion zu bewahren. Durch die präzise Fräsung mittels CNC-Technologie konnte eine gleichmässige Wandstärke realisiert werden, wodurch Risiken wie Frakturen oder Spannungsrisse minimiert wurden.

Die keramische Schichtung musste ausserdem so ausgeführt werden, dass eine spannungsfreie Verbindung zwischen Gerüst und Keramik entsteht. Die Verarbeitung erfolgte unter strengen Temperaturvorgaben, um thermische Spannungen zu vermeiden.

Fertige Brücke von Okklusal auf dem 3D gedruckten Modell.
Fertige Brücke von okklusal auf dem 3D gedruckten Modell.
Fertige Brücke von bukkal auf 3d gedruckten Modell.
Fertige Brücke von bukkal auf dem 3D gedruckten Modell.

Fazit

Die erfolgreiche Umsetzung dieser keramisch geschichteten Zirkonbrücke mit angehängtem Flieger demonstriert, wie moderne Technologien und Materialien ästhetische und funktionelle Anforderungen optimal miteinander verbinden können. Präzise digitale Planung, CNC-Fertigung und handwerkliche Kompetenz bei der keramischen Verblendung führten zu einer Versorgung mit hoher Patientenzufriedenheit und langlebigem Erfolg.

Eric Roth

Eric Roth ist Gründer von Molariz und Experte für innovative Zahntechnik und digitale Lösungen in der Dentalbranche. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, Effizienz und Zukunftstechnologien setzt er neue Maßstäbe in der Zusammenarbeit zwischen Dentallaboren und Zahnarztpraxen.